gudrun poetzsch

den stoff sieht jedermann vor sich,

den gehalt findet nur der, der etwas dazu zu tun hat, und

die  form ist ein geheimnis den meisten. (v. goehte)

kutschera beschäftigt sich mit fläche und raum . seine arbeiten sind nicht initiiert durch natur- oder geisteswissenschaftliche themen und bedürfen ihrer nicht . der künstler bewegt sich damit am kern der bildenden kunst, weil die werke von farb- und formproblemen und von seiner auseinandersetzung sprechen . seine art, die kunst aufzufassen, ist somit der musik und architektur verwandt . form ist bei Kutschera sprachmittel und wird bewusst und reflektierend eingesetzt . seine faltungen und faltobjekte sind eigenständige Erfindungen, wiewohl innerhalb einer Tradition . dynamisch-konstruktive addition von flächen führt zur aktivierung des raumes . dabei strebt er nicht einen letzten zustand von perfektion an, vielmehr zustandsweisen eines kontinuums an möglichen gestaltungen . entstehende linien sind ergebnisse der formverwandlungen des materials mittels faltungen . die auseinandersetzung mit dem medium ist ihm so wichtig . die oberflächenstruktur seiner plastischen objekte entsteht im arbeitsprozess und macht das „hand-werk“ deutlich . strukturen umspannen das objekt wie eine haut . flächen konstituieren einen raum um sich herum . spannende richtungswechsel der flächen bestimmen die kontur der objekte . raum ersetzt masse .